Entwicklung

Hospiz kommt aus dem lateinischen (Hospitium) und bedeutet Herberge.
Die moderne Hospizbewegung und die Palliativmedizin entstanden in den 1960er Jahren in England und gehen wesentlich auf Cicely Saunders zurück. Im von ihr gegründeten St. Christopher's werden etwa 2000 Patientinnen oder Patienten und ihre Angehörigen pro Jahr betreut. Die internationale Hospizarbeit wurde nachhaltig durch die Arbeit von Elisabeth Kübler-Ross beeinflusst. In Deutschland hat u.a. Christoph Student viel zur Entwicklung der Hospizbewegung beigetragen.

Hospizarbeit ist in wesentlichen Teilen Ehrenamt; die Hospizbewegung gilt derzeit als die größte Bürgerbewegung in Deutschland. Sie zeigt sich „in ihren gegenwärtigen Ausprägungen als ein anwachsendes Netzwerk aus inhaltlichen Erkenntnissen und Erfahrungen verbunden mit institutionellem und organisatorischem Wachstum“.

Hospize haben es sich zur Aufgabe gemacht, schwerkranke und sterbende Menschen im Sinne von Palliative-Care umfassend zu versorgen. Hierzu zählen die medizinischen, pflegerischen, psychosozialen und spirituellen Bedürfnisse der Betroffenen. Die Entlastung der Angehörigen spielt dabei eine besondere Rolle. Es gibt ambulante, teilstationäre und stationär tätige Hospizdienste.

Die hospizliche Haltung „trägt mehr und mehr ihre Früchte in der Verwandlung der Medizin hin zu einer palliativen Medizin und einer ebensolchen Pflege. Sie führt zu einer neuen Achtsamkeit im Blick auf eine Sterbekultur in stationären Einrichtungen wie auch bei ambulanten Begleitungen Sterbender".

Die Enttabuisierung der Themen Sterben, Tod und Trauer ist ein weiteres Ziel der Hospizarbeit. „So bleiben auch Rückwirkungen auf sich wandelnde Bestattungsriten zu beobachten, die ein Höchstmaß individueller Abschiedswege für Hinterbliebene spiegeln. Sie helfen den Tod inmitten des eigenen Lebens zu integrieren. Insofern schließt hospizliches Tun notwendige Trauerarbeit ein“.

Die Hospizidee beinhaltet eine ganzheitliche Sicht des menschlichen Lebens. Deshalb fordert sie ein neues Zusammenwirken insbesondere von Medizin und Pflege, Politik, Rechtswesen, Theologie und Seelsorge. Die Hospizbewegung ist eine Herausforderung und Chance für alle, die sich professionell mit Sterben und Tod befassen.

 

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27.04.2017